Archiv für den Monat: Oktober 2014

Kann Messi im „Clásico“ den Torrekord von Telmo Zarra einstellen oder gar übertreffen???

In wenig mehr als zehn Jahren gelangen Lionel Messi im Dress des FC Barcelona bereits 250 Tore. Das Letzte vor Wochenfrist gegen die tapfer kämpfende SD Eibar im Camp Nou. Dabei wäre Messi beim Durchlaufen der Jugendabteilung der „Culé“ fast als zu „torungefährlich“ aussortiert worden.

Nur ein Spieler konnte seit der Gründungsspielzeit 1928/29 mehr Torerfolge verzeichnen: Telmo Zarra.

Aber wer war dieser legendäre Telmo Zarra, der ebenfalls diese Treffer allesamt in den Farben eines einzigen Vereins, dem Athletic Club, markierte. Seine Tochter Carmen, „Zarra“ mit bürgerlichem Namen Telmo Zarraonaindía Montoya selbst verstarb bereits am 23. Februar 2006 in Bilbao, wünscht in einem Interview mit der El Mundo Deportivo dem Rosarino Glück, um im selben Atemzug darauf hinzuweisen, dass ihr Vater für diese 251 Ligatore nur 278 Spiele benötigte. Da brauchte Leo bereits einige mehr, fügt sie ebenso natürlich wie bestimmt hinzu.

Telmo Zarra war der siebte von zehn Geschwistern, wobei zwei ältere Brüder bereits vor ihm im bezahlten Fussball aktiv waren. Der eine war Aussenstürmer und der andere Torwart. Und zwar derjenige, der in der Saison 1930/31 am seltensten hinter sich greifen musste. Sie spielten beim Verein Arenas de Getxo, einem Gründungsmitglied der Primera División (PD) und der insgesamt sieben Jahre erstklassigen Fussball spielte. Arenas de Getxo gewann übrigens 1919 die COPA DEL REY und erreichte drei weitere Endspiele um diese Trophähe. Arenas, txapeldun, Arenas, Champion, wie es in der Vereinshymne heisst.

Telmo kam als 20-jähriger nach Bilbao in der Saison 1940/41. Der Verein befand sich seinerzeit in der Phase des Wiederaufbaus nach dem „Spanischen Bürgerkrieg“. Bei seinem Debut hielt er sich nur 17 Minuten auf dem Platz auf, als er das tat, wofür er berühmt werden sollte: ein Tor zu schiessen.

Zarra sollte insgesamt 15 Jahre lang für die „Leones“ auflaufen. Neben den besagten 251 Tore konnte er auch einmal die Meisterschaft (1943), fünfmal den Pokal, der damals Franco gewidmeten COPA DEL GENERALÍSIMO, (1943, 1944, 1945, 1950 und 1955), sowie auch einmal die COPA DUARTE, die heutige SUPERCOPA, die in jenen Tagen zu Ehren der Argentinerin, Evita Perón (http://de.wikipedia.org/wiki/Eva_Per%C3%B3n), ausgespielt wurde, gewinnen.

Hier ein Filmchen eines Ligavergleiches zwischen „Merengues“ und „Leones“ aus dem Jahr 1945 in Chamartin. Ein Real Madrid, das noch weit von künfigem Glanz entfernt war, obsiegte mit 4:1.

In der spanischen Nationalmannschaft spielte Zarra zum ersten Male am 11.3.1945 gegen Portugal in Lissabon. Aufgrund der politische Isolation des einzigen faschistischen Regimes in Europa nach der Kapitulation Nazi-Deutschlands, kam Zarra auf insgesamt nur 20 Auswahlvergleiche, in denen er aber ebenso oft den Ball in den Maschen versenkte. Bei seinem Heimatverein zeichnete er sich für 333 Einschüsse in 352 Matches zwischen Liga und Pokal verantwortlich.

DAS UP-DATE KNAPP 24 STUNDEN VOR DEM ANPFIFF

Ancelotti hatte „Überraschungen“ in der Aufstellung der Hausherren angekúndigt. Doch nachdem sowohl Pepe als auch Sergio Ramos am vollen Programm des Vormittagstrainings im Sportzentrum von Valdebebas teilnehmen konnten, scheint hinter der Aufstellung von Real Madrid kaum noch ein Fragezeichen zu stehen.

Casillas im Tor, davor eben Pepe und Ramos in der Innenverteidigung, Marcelo und Carvajal als Aussenverteidiger, in der Mittelreihe, dem „Maschinenraum“, wie in Spanien der Spielaufbau genannt wird, Kroos, Modric und Isco, sowie vorne CR7, Benzema und James.

Verzichten muss „Carleto“ definitiv auf Gareth Bale, Fabio Coentrao und den nun immerhin schon Rekonvaleszenten Jesé Rodríguez.

Auf Seiten der Gäste wurde im Laufe der Woche vor allem die Figur ihres Coaches, Luis Enrique, ob seiner Vergangenheit als Akteur beider Vereine, als auch seiner Rolle als unumschränkter Alleinherrscher in der Kabine polemisiert. Im Heimspiel am vergangenen Sonnabend wollte der Asturier Leo auswechseln, doch dieser schüttelte nur mit dem Kopf und wandte sich ab. Luis Enrique(LE) kommentierte dies einem anderen Mitglied des Trainerstabes mit dem im Spanien geflügeltem Wort als Umschreibung für ein nahezu unmögliches Unterfangen: „nicht einmal die Polizei holt den vom Feld“ und tauschte stattdessen zum wiederholten Male Neymar aus.

LE kündigte weiterhin an, dass Luis Suárez auf jeden Fall spielen wird, liess aber offen, ob der Goalgetter in der Anfangsformation zu finden sein wird oder aber auf der Bank auf seinen Auftritt warten muss. Unter der Woche wurde von einen Sportjuristen die Legimität des Einsatzes Luisitos‘ hinsichtlich des Ablaufes seiner Sperre von vier Monaten in Frage gestellt. Die UEFA hat aber inzwischen bestätigt, das der „Uru“ mitwirken darf.

Im Tor wird weiterhin Claudio Bravo seine Serie ohne Gegentreffer verteidigen können, zumal Ter Stegen bei PSG einen desaströsen Abend erwischt hatte. LE hatte im Sommer bei seiner Vertragsunterzeichnung nicht einmal gewartet, bis die Tinte trocken war, um den Torsteher der Chilenen zu fordern.

Alles weitere wird dann hoffentlich morgen ab 18h auf dem Rasen des Fussballtempels an der Avenida de la Castellana entschieden.

Egal, ob Messi den Torschützenrekord einstellt oder verbessert, egal, ob das Bernabéu ihn dann bejubelt wie vorher Maradona und Ronaldinho Gaucho, an einer Bestmarke wird Messi noch ein wenig zu stricken haben: Tello Zarra hat nämlich drei seiner „Pichichi“-Titel (http://en.wikipedia.org/wiki/Pichichi_Trophy#By_player) hintereinander von 1945–47 gewonnen.

Aber dies ist nicht die historische Bestmarke, die von zwei gewissen Alfredo di Stéfano (1956-59) und Hugo Sánchez (1985-88) gehalten wird.

Ausserdem sorgte ein vor einer Woche im katalanischen Fernsehen (TV3) ausgestrahlter Dokumentarfilm „La leyenda negra de la gloria blanca, la gran estafa de Franco.“ (dt. „Die schwarze Legende des weissen Ruhmes..der grosse Betrug Francos“) abseits des aktuellen Geschens für Turbolenz in der Öffentlichkeit.

Die Doku in der katalanischen Originalversion mit kastillischen („spanischen“) Untertiteln.

Zu diesem Komplex ist eine andere Doku der BBC, die sich mit der Manipulation des Fussballes durch Mussolini, Hitler und Franco beschäftigt, nur allerwärmstens zu empfehlen: