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Levante UD gewinnt drei „Big points“ im Abstiegskampf in Almeria

7.4.2015

Levante-Fans am Ciutat de València kurz vor der Abfahrt gen Almeria (Foto: José Mocholi/PD-direkt)

Levante-Fans am Ciutat de València kurz vor der Abfahrt gen Almeria (Foto: José Mocholi/PD-direkt)

Am vergangenen Wochenende wurden die letzten zehn Runden der Meisterschaftsrunde eingeläutet. Der Kampf um den Titel scheint einzig eine Angelegenheut zwischen Barça und Real Madrid zu sein. Das zweite Ziel der Begierde heisst für Atlético, Valencia und Sevilla Platz 3 und die damit verbundene direkte Qualifikation für die Champions-League(CL). Eminent wichtig auch, in Falle des Vierten, um einen derart wichtigen „Frühsport“ wie ein Eliminationsmatch Ende August, also während der Vorbereitungsphase, zu vermeiden. Dies hat Athletic diese Saison eine Menge Probleme bereitet, da neben der meist deströsen CL-Auftritte, auch in der Liga nicht alles rund lief und bis Anfang dieses Jahres das Tabellenende näher war, als die Ränge zu einer neuerlichen internationalen Teilnahme berechtigen. Die „Leones“ stehen in der Tabelle derzeit Jenseits von Gut und Böse und werden auch in der kommenden Saison in der Europa League (EL), zumindest dank der Finalteilnahme in der „Copa del Rey“, falls es nicht zu einem Sieg im Camp Nou gegen Barça kommen sollte, ihre Farben zeigen können.

IN DER ABSTIEGSZONE BRENNT ES LICHTERLOH

Nicht weniger als sieben Vereine ab Platz 13, den Getafe mit 32 Zählern einnimmt, wollen nun in den letzten Wochen, wie „faule“ Schüler vor den Prüfungen am Schuljahresende, die Versäumnisse der ersten sieben Monate des Turniers wettmachen. Der Aufsteiger aus Córdoba steht schon fast abgeschlagen auf dem letzten Platz und gibt ausser gutem Willen nicht viel Lebenszeichen von sich. Anfang dieser Woche übernahm José Antonio Romero, als insgesamt dritter Übungsleiter in der laufenden Saison, das Zepter.

In Elche und A Coruña herrscht auch ziemliche Ratlosigkeit, ob der finanziellen Probleme und kriselder Vorstände. Und in Éibar ist die anfängliche Euphorie längst verflogen. Nach der Heimniederlage am Freitag in Ipurua gegen Rayo Vallecano, die sich durch diesen Sieg entgültig aus dem Rennen gegen den Abstieg verabschiedet haben sollten, haben die „Armeros“ aus den letzten elf Ligaduellen nur EINEN Zähler auf ihrer Habenseite verbuchen können. Das Team im freien Fall. Das Führungstor per Elfmeter durch Arruabarrena konterten die Madrilenen binnen weniger als zwei Minuten noch vor der Pause mit zwei Kopfballtreffern.

Und so trafen am vergangenen Sonnabend auch mit der UD Almeria und der Levante UD zwei weitere Kandidaten auf den Abstieg direkt aufeinander. Zusätzliche Würze erhielt das Duell durch die Person des Trainers von Almeria, José Ignacio Martínez (JIM): JIM hatte bei Levante, nach dem Wechsel des damaligen Coaches Luis García Plaza zu Getafe, in Valencia die Chance erhalten als Cheftrainer in der PD zu debütieren. JIM führte die „Granota“ mit einer Serie von sieben Siegen am Stück, darunter auch ein 1:0-Heimerfolg gegen Real Madrid durch ein Tor von Aruna Koné, zur erstmaligen Tabellenführung in der Klubgeschichte am 9. Spieltag und am Ende der Spielzeit durfte gar die EL-Quali in Orriols gefeiert werden. Unter der Woche hatte JIM in einem Interview mit dem Fanmagazin der „Granota“, http://www.mundolevanteud.com/, sich bei seinem derzeitigen Arbeitgeber mit Äusserungen wie „Meiner Meinung nach haben Levante und Granada das Spielerpotenzial, um andere Ziele anzupeilen, als den Nichtabstieg“ wahrscheinlich nicht richtig beliebt gemacht.

Weiterhin gerieten die Andalusier in die Schlagzeilen aufgrund der FIFA-Sanktion (3-Punkte-Abzug im aktuellen Spieljahr) wegen einer nicht, oder zu spät gezahlten, Ausbildungsentschädigung von vergleichsweise lächerlichen ca. 50 000 €. Der Verein versucht derzeit auf gerichtlichem Wege eine Umwandlung des Punkteabzugs in eine Geldstrafe bewirken. Da das abschliessende Urteil noch aussteht, werden im Moment zwei Tabellen geführt: Die, des Verbandes RFEF, die Sanktion bereits berücksichtigt und die, des Ligaverbandes LFP, die auf die höchstrichterliche Entscheidung im Fall wartet und bis dahin diese Sanktion nicht vollzieht. Allerdings gilt die FIFA in derartigen Angelegenheiten normalerweise als sehr unflexibeler Gegenpart.

Wie dem auch sei: Beide Vereine brauchten die drei Punkte extrem nötig, da die nächsten Aufgaben (Almeria gibt seine Visitenkarte am Mittwoch (20h) im Camp Nou ab + und die „Granota“ erwarten bereits heute abend (22h) mit dem Sevilla FC ebenfalls einen „Hochkaräter“) nicht unbedingt als Punktegaranten anzusehen sind.

Ausserdem plagen den Dekan des valencianischen Fussballs auch die laufenden Ermittelungen wegen des Manipulationsverdachts. Aber in diesem Punkt scheint die relative Gelassenheit im Lager von Levante nicht ganz unbegründet zu sein, da es im ähnlich gelagerten Verfahren gegen Osasuna bereits zu Verhaftungen kam.

Levante Fans in Almeria (Foto: José Mocholi/PD-direkt)

Levante Fans in Almeria (Foto: José Mocholi/PD-direkt)

So mobilisierte Levante seine Anhänger mit gesponsorten Bussen nach Andalusien und am Ende waren immerhin rd. 300 „Frösche“ aus Valencia beim Match im „Estadio de los Juegos Mediterráneos“. Sie unterstützen ihr Team über die volle Distanz lautstark und wurden mit einem ebenso überzeugenden Auftritt ihrer Mannschaft belohnt. Nicht nur der Sieg wurde mitgenommen, sondern Levante zeigte eine sehr konzentrierte Gesamtleistung, wirkte wacher und war eigentlich immer den berühmten Schritt eher am Ball.

TWITTER CARRUSEL DEPORTIVO zu einer Auseinandersetzung bei der abgesehen von den fotographierten Flaschen alles Heil blieb!

TWITTER CARRUSEL DEPORTIVO zu einer Auseinandersetzung bei der, abgesehen von den fotographierten Flaschen, alles Heil blieb!

Nachdem der Tross der Fanbusse und Privatwagen Almeria erreicht hatte, verteilten sich die Gästefans, wie üblich, auf die umliegenden Lokalitäten. Beim Verlassen einer solchen wurden offenbar drei jugendliche Mitglieder der „Levante Fans“ von Almeria Ultras attackiert. Wie mitgeteilt wurde, war der Rummel der um diesen Tumult, v.a. in den Social Media, gemacht wurde, dem Anlass entsprechend, ungebührend gross.

die Behelfstribünen im Stadion des UD Almeria (Foto: Xufer Granota/PD-direkt)

die Behelfstribünen im Stadion des UD Almeria (Foto: Xufer Granota/PD-direkt)

Hier scheint die Gelassenheit die Regentschaft übernommen zu haben (Foto: José Mocholi/PD-direkt)

Hier scheint die Gelassenheit die Regentschaft übernommen zu haben (Foto: José Mocholi/PD-direkt)

Die erwartete Schlacht blieb aus, da das Spielgeschehen von Beginn an von den Gästen bestimmt wurde. Dabei hatte Trainer Lucas Alcaraz das Team im Vergleich zum letzten Punktekampf auf nicht weniger als fünf Positionen verändert. Nach gut einer Viertelstunde leitete der Kapitän Juanfran García einen schönen Spielzug ein, der, nach einer flachen Flanke von Andreas Ivantschitz (beste Leistung seit langem!), durch David Barral zum Führungstor veredelt wurde.

Der Auswärtsblock (Foto: Xufer Granota/PD-direkt)

Der Auswärtsblock (Foto: Xufer Granota/PD-direkt)

Nun waren die Hausherren völlig von der Rolle und machten es Levante leicht das Spiel zu diktieren. Die beste Gelegenheit zum Ausgleich hatte Almeria, nachdem Keeper Mariño schwach abwehrte, jedoch seinen Fehler selbst wieder ausbügeln konnte. In der 30. Minute war die Abwehr der Hausherren wieder schlecht disponiert und liess Morales auf dem rechten Flügel alle Zeit der Welt, um seine Flanke zu timen. Víctor Casadesús brauchte am langen Pfosten quasi nur noch einzunicken. Zu allem Überfluss musste auf Seiten Almeria’s mit Verza kurz vorher einer der wichtigsten Spieler verletzungsbedingt ausgetauscht werden. Die Zwei-Tore-Führung entsprach voll und ganz dem bisherigen Spielverlauf.

Wer nach dem Seitenwechsel und der möglichen Kabinenansprache durch JIM an ein Aufbäumen von Almeria glaubte, der sah sich getäuscht. Und es wurde in der 53. Minute noch schlimmer: Julián Cuesta liess einen Invantschitz-Schuss, der von Casadesús glänzend freigespielt worden war, nach vorne prallen und David Barral braucht nur noch abzustauben.

Bei Almeria lief nun überhaupt nichts mehr. Zudem wollte sich Durbabier die 5. Karte abholen und trat in Höhe der Mittellinie einen Gegner um, doch der Unparteiische González González aus León zückte humorlos die rote Karte. In der Folgezeit hätte Levante sicher das Ergebnis noch in die Höhe schrauben können, doch sie begnügten sich mit dem Ballbesitz und spielten ihren Stiefel runter.

20 Minuten vor Schluss spielte Wellington in den Lauf von Thievy, der im Strafraum gerne zu Fall kam und als Belohnung einen Straftritt zugesprochen bekam. Hemed verwandelte sicher, doch dieses Anschlusstor entfachte nicht mal ein Strohfeuer, denn nur fünf Minuten später war es Barral, der mit seinem dritten Streich nach einem Konter, endgültig den Deckel auf dieses Match machte.

Nach dem Abpfiff applaudierten sich beide Fangruppen gegenseitig. Ein weiterer Beweis, dass es sich bei der kleinen Auseinandersetzung am Nachmittag um eine isolierte Aktion gehandelt hatte. Während des Spiels war im Levante-Block allerdings ein Bengalo gezündet worden.

Kein Smoke-In! Ein Jugendlicher zündet eine Fackel, wirft sie weg und läuft davon (Foto: PD-direkt)

Kein Smoke-In! Ein Jugendlicher zündet eine Fackel, wirft sie weg und läuft davon (Foto: PD-direkt)

Pyrotechnik ïm Stadion ist in Spanien ein absolutes No-Go seit es Anfang der 90-er-Jahre in einem Derby in Barcelona einen Toten nach Bengalo-Wurf gab. Der junge „Held“ wird nun mind. mit einer Geldstrafe in Höhe von 6 001 €, sowie eines 3-5-jährigen landesweiten Stadionverbot belegt werden. Überflüssig zu erwähnen, dass er von der Polizei „einkassiert“ wurde.

Übrigens schoss Levante am Sonntag zum 3. Mal in der PD vier Auswärtstore, doch die beiden Spiele zuvor reichten diese vier Treffer nicht, um einen Sieg zu landen: In der Saison 1963/64 wurde dem RCD Español ,u.a. mit Ladislao Kubala als Torschützen, im inzwischen abgerissenen Stadion von Sarrià ein 4:4-Remis abgetrotzt. Ein Jahr zuvor hiess es in der La Romerada zu Zaragoza ebenfalls 4:4. Das brachte Levante damals den Spitznamen „Renault 4/4“ ein. Dieses Auto kostete seinerzeit in Spanien ein Vermögen und stellte für „Normalsterbliche“ das Sinnbild des Luxus dar.

Dieser Arbeitstag am Ostersonnabend war auch der letzte von JIM in Almeria. Ein bekannter Ausspruch des gläubigen Katholiken JIM ist: „Ja, ich bete vor jedem Spiel für den Sieg. Wenn der andere Trainer auch betet, gibt es ein Unentschieden!“. Offenbar ist Lucas Alcaraz Atheist!

Der neue Mann an Bord, der das sinkende Schiff der UD Almeria retten soll, heisst Sergi Barjuán!

UD Almeria, 1 -Levante UD, 4

Schiedsrichter:

Schiedsrichter: González González, José Luis
1. Assistent : Sánchez Santos, José M.
2. Assistent : Rubio Palomino, Ignacio
4. Unparteiische : González Esteban, Jon Ander

Tore:

0-1 Barral (17′)
0-2 Víctor (31′)
0-3 Barral (53′)
1-3 Hemed (70′)
1-4 Barral (75′)

Karten: (alle gelb)

Mauro (18′)
Verza (27′)
Dubarbier (45′)
Dubarbier (58′)
Wellington (89′) (alle UD Almeria)

Toño (17′)
Juanfran (64′) (beide Levante UD)

Estadio de los Juegos Medeterráneos: 9 603 Zuschauer

Mannschaftsaufstellungen:

UD Almeria

1 Julián
4 Ximo
5 Trujillo
6 Mauro
7 Verza
8 Wellington
9 Thievy
10 Hemed
15 Corona
16 Dubarbier
31 Ramon Azeez

Trainer:

Juan Ignacio Martínez Jiménez

Auswechslungen:

23 Soriano
Verza (28′)
17 Edgar
Ximo (51′)
19 Jonathan Zongo
Thievy (75′)

Levante UD

13 Mariño
25 Jose Mari
2 Iván López
3 Toño
6 Vyntra
7 Barral
11 Morales
12 Juanfran
18 Víctor
21 Ivanschitz
24 Simão Mate

Trainer:

Luis Lucas Alcaraz González

Auswechslungen:

22 Sissoko
Jose Mari (60′)
10 Rubén
Morales (69′)
5 Uche
Barral (85′)

Quelle der Statistik:http://actas.rfef.es/actas/RFEF_CmpPartido?cod_primaria=1000144&CodActa=26528