The day after – Eine Nachbetrachtung zum Finale der Copa del Rey zwischen dem FC Barcelona und Real Madrid CF

Nach dem verdienten Sieg am Mittwoch von Madrid gegen den grossen Widersacher aus Barcelona, herrscht in der Hauptstadt grosse Euphorie. Der Gewinn der Copa sei Balsam nach den schwankenden Ergebnissen und Leistungen der letzten Wochen für Madrid gewesen und gäbe nun Kraft und Vertrauen, um das „Triplete“ zu erringen.

Diesmal ist der Pokal heilgeblieben und Sergio Ramos war in der Mixed Zone sogar zu Spässen zu Mute.

Vor drei Jahren, als Mourinho seinen ersten Titel mit Madrid feiern konnte, sah das noch ein bisschen anders aus. Der funkelnagelneue 15-Kilo-schwere Trophäe schien nach einigen geistigen Getränken mehr zu wiegen.

Die Polemik wegen überharten Attacken etc. beschmutzte heuer nicht das Fussballfest. Auch Dank einer sehr souveränen Leistung des, aus dem Nordwesten der Provinz Valencia stammenden, Ref’s Mateo Lahoz. Seines Zeichens der Lieblingsschiri des heutigen Chelsea-Coaches, der entgegen der Angewohnheiten der meisten spanischen Unparteiischen sehr viel laufen lässt.

Ausschlaggebend für den Erfolg der Madrilenen war neben der eigenen Einstellung von „Carleto“, auch die Kamikaze-Taktik des „Tata“ Martino, dessen Tage in Can Barça gezählt sein dürften.

Immerhin durfte ein neuer Rekord „gefeiert“ werden: Zum ersten Mal in 115 Jahren Vereinsgeschichte verlor Barça drei Spiele hintereinander in drei verschiedenen Wettbewerben.

Die Hauptschuldigen schienen schnell gefunden: Messi, der sich für die WM „schont“ und nur über das Feld trottet, keine Unterstützung von Busquets im Zentrum, sowie des Fehlens eines „echten“ Mittelstürmers und die Rolle von Dani Alves auf der rechten Seite.

https://www.youtube.com/watch?v=5u6mlwyc-mE

Der Brasilianer verteidigte im Prinzip überhaupt nicht und folglich entstanden beide Tore der „Merengues“ auf diesem Flügel nach eben zwei unnötigen Ballverlusten der Nummer 22, der scheinbar mehr Zeit mit Klamauk verbringt als sich auf die Spiele zu konzentrieren. Das folgende „Selfie“ wurde im Hotelzimmer vor dem CL-Rückspiel bei Atlético vor einer Woche aufgenommen.

Die Kommentare und Kolumnen in der katalanischen Presse hatten im wesentlichen den gleichen Tenor: In den letzten Jahren sei das Team zu wenig und zu schlecht verstärkt worden. Es fehlt mind. ein Innenverteidiger und die bereits angesprochene Schwäche in defensiven Mittelfeld wird darauf zurückgeführt, das es nach den Abgängen von Abidal und Yaya Toure keinen adäquaten Ersatz gab.

Verschärft wird die Problematik durch die Transfersperre. Puyol hört auf, Victor Valdés wird nicht verlängern. Mit dem derzeitigen Torwart Pinto sind nur wenige Fans zufrieden.

Bei der Abstimmung zum MVP des Finales wählten die Fersehzuschauer mit einer nahezu real-sozialistischen Mehrheit, in einer für Spanien eher ungewöhnliche Attacke von britischer Ironie, mit 75% Pinto. Der staatliche Sender TVE1 nahm daraufhin den Torsteher von Barça aus der Wertung und ernannte Garreth Bale zum MVP. Demokratie pur.

Dieser Fehlplanung werden der sportlichen Leitung vorgeworfen und die heisst Zubizarreta. Lt. dem Schriftsteller und Kolumnisten Luis Racionero (http://www.mundodeportivo.com/20140411/fc-barcelona/mala-suerte-y-pesima-planificacion_54405703670.html) ein Sportdirektor, der zu seiner aktiven Zeit Torwart war, und es in drei Jahren nicht geschaft hätte, einen Keeper mit Klasse zu finden.

http://multimedia.superdeporte.es/videos/levante/20140414/las-mejores-paradas-keylor-navas-liga-726010.shtml

Jedoch mit dem Ausfall als Langzeitverletzter von Valdés, könnte „Zubi“ den letzten Trumpf aus dem Ärmel ziehen. Nämlich die Verpflichtung eines Torstehers, entweder vereinslos oder einer, der keinen internationalen Transfer vorraussetzt, vor dem 30. Juni 2014. Hierbei fällt immer wieder ein Name: Die grosse Sensation dieser Spielzeit und bester Spieler der Liga BBVA im Monat März 2014, Keylor Navas von Levante UD.

Neben der Harmonie auf dem Rasenrechteck kam es aber auch zu einigen schlimmen Vorfällen im Vorfeld des Spieles. Zum einen in der „Real Madrid Fanzone“ und beim Anmarsch nach Mestalla.

Im Eingang zum Festzelt der „Blancos“ war den ganzen lieben langen Tag eine Hakenkreuzfahne aufgehängt, ohne das die Policia Nacional einschritt. Inzwischen hat ein Abgeordneter der „Esquerra Unida“ („Vereingte Linke“) Strafantrag wegen Verwendung von Symbolen, die zur Gewalt aufrufen, gestellt.

Desweiteren waren Fahnen und Aufkleber mit der Aufschrift „Adolf-Hitler-Crew“ zu sehen. Jeder weitere Kommentar diesbezüglich erscheint überflüssig.

Auf dem Weg zum Stadion raste gegen 20h ein Fahrzeug auf der Av. de Catalunya in eine Gruppe von Barça-Fans. Hierbei wurden fünf Personen, darunter zwei Kinder, verletzt. Augenzeugen berichteten, dass der flüchtige Fahrer ein Madrid-Trikot getragen haben soll.

Ausserdem wurde eine, offenbar entwendete, Fahne mit einer Anspielung auf die Unabhängigkeitsabstimmung, die Katalonien im Herbst anstrebt, gesichtet…..mit homophoben Text:
„Ihr wollt die Unabhängigkeit…..lasst es euch von hinten besorgen!“

Und ein Einsatz der Policia Nacional wurde durch ein paar Bengalos, die die Grup Fidel zündete, vor den Toren Mestalla’s ausgelöst, aber insgesamt blieb es abgesehen von einzelnen Übergriffen gegen Journalisten und Anhänger von Barça im Toilettentrakt, „ruhig“. Das Pfeifkonzert der Marcha Real, der spanischen Hymne, durch einen Grossteil der Barcelona-Kurve dürfte niemanden richtig überrascht haben.

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