Segunda División A: Racing Santander erhält das OK vom Ligaausschuss im zweiten Anlauf und Real Murcia muss runter

Als am gestrigen Donnerstag die Verantwortlichen der LFP (Liga Profesional de Fútbol) um 12h 21 ihre Entscheidung verkündeten, war der Jubel in Santander genauso gross wie die Enttäuschung in Murcia.

Die Kantabrier hatten in den vergangenen Tagen und Wochen alle Register gezogen, um ihre Fans zu mobilisieren und einen Zahlungsaufschub bei den Steuer- und Sozialabgabenschulden zu erreichen.

Nach einem über das Internet verbreiteten Video konnte der Verein innerhalb von vier Tagen weitere 1 500 Dauerkarten verkaufen. Und überhaupt, da in diesen Tagen ja sehr häufig das Wort „Mobisilierung“ fällt, standen auch die „Santanderinos“ auf und zogen mit ca. 3 000 Fans vor das Regionalparlament, um eine Unterstützung seitens der Politik einzufordern. Später folgte noch eine Demo der Vereinsoffiziellen und Spieler, diesmal in „Zivil“, ohne das grüne Trikot, unter dem Motto „No os materéis“ („Tötet uns nicht“).

Nachdem Javier Tebas, der Vorsitzende des Ligaausschusses noch am 30. Juli verkündete, dass es sowohl für Racing, als auch für Real Murcia sehr kritisch aussähe, erreichte Racing, dass die Behörden ihnen eine weitere, kurze Frist zur Regulierung ihrer Finanzen einräumte. Dabei spielte der Schuldenkoeffizient, der max. 4,5 Punkte ergeben darf (Formel: Höhe der Gesamtverbindlichkeiten geteilt durch die ausgewiesenen Einnahmen), eine entscheidende Rolle.

In Murcia wurden, v.a. von der Fanclubkoordinierung, ebenso alle möglichen Druckmittel eingesetzt. Doch der Fall der „Grana“ war anders gelagert, als in Santander, wo im Winter der Umbruch begann und die Auflösung des Vereins, zumindest vorläufig, erfolgreich verhindert wurde.

Das Gros der Schulden stammt aus den Jahren in der Primera División unter Javier Clemente, als mit vollen Händen Geld ausgegeben wurde, das nicht da war.

Dazu kam der Umzug aus dem maroden, aber zentral gelegenen Stadion „Condomina“ 2006 in die „Nueva Condomina“ am Stadtrand (oder um es etwas drastischer auszudrücken, im Niemandsland vor der Toren der Stadt).

Am Donnerstag morgen setzte sich ein Tross, bestehend aus mind. einem Dutzend Autobussen, gen Madrid in Bewegung, um vor dem, von der Polizei hermetisch abgeriegelten, Sitz der LFP zu protestieren.

Bereits 1995 hatte den Sevilla FC und Real Celta de Vigo ähnliches Schicksal ereilt. Damals waren diese Art des Protestes von Erfolg gekrönt und beide Vereine konnten in der Primera División (PD) verbleiben und vermieden den administrativen Abstieg in die Segunda B. In jener Saison wurde die PD einfach kurzerhand von 20 auf 22 Teams aufgestockt.

Ob nun Murcia in die Segunda B absteigt und spielen wird oder der Verein gar aufgelöst wird/ werden muss, steht noch in den Sternen. Der andere Wackelkandidat, Real Zaragoza CF, konnte bereits im Vorfeld der Lizenzvergabe für positive Notizen (u.a. Zahlung der ausstehende Gehälter/Rechnungen an 200 Personen aus dem Verein oder dessen direktem Umfeld), und wird folglich in der kommenden Saison weiterhin Zweitklassig aktiv sein.

Den freiwerdenden Platz in der Liga Adelante wird vom ersten sportlichen Absteiger der letzten Spielzeit, dem Mirandés CF aus der Provinz Burgos, eingenommen. Dort wurde seriös gewirtschaftet und einer Lizenzerteilung an Mirandés stand nichts im Wege. Dennochwar auch dort in der letzten Woche einige Hektik im Spiel, da der Vorsitzende der sp. Profifussballergewerkschaft, Rubiales, ein Plädoyer für die alten, tradionsreicheren Vereine aus Santander und Murcia gehielt.

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