Celta vs. Deportivo…O Noso Derbi..Unser Derby auf Galizisch

Galizien…bekannt durch exquisite Meeresfrüchte, mitunter zu exorbitanten Preisen, aus den „Rias Galegas“ und den besten Kartoffeln Spaniens, da es dort auch gerne und oft regnet, schöne Strände und unbändige Küsten, die zum Schmuggel wie erschaffen scheinen. „Galegos“ werden in Südamerika generell alle spanischen Immigranten genannt, die im Laufe der Jahrhunderte dort ankamen. Galizisch ist auch der sprachliche Ursprung des heutigen Portugiesisch…

Und ebenso ist Galizien bekannt durch eines der brisantestes Derbies in der Primera División.

Vigo 2

Die Rivalität beider Vereine und Städte, die etwan 130 km Luftlinie voneinander entfernt liegen, geht bis in die zwanziger Jahre des letzten Jahrhunderts, also noch vor der Einführung der Primera División (PD), zurück.

Vigo 3

Im Jahre 1923 fusionierten die beiden bedeutensten Vereine Vigo’s (Fortuna und Vigo Sporting) zum neuen Grossklub Celta de Vigo. Allerdings ging einigen der besten Akteuren der Vorläufervereine dieser Zusammenschluss gegen den Strich und sie verweigerten sich dem neuen Verein beizutreten.

So wechselten daraufhin u.s. der Olympiateilnehmer von 1920 in Antwerpen, Luis Otero, der Keeper Isidro und andere in den Norden nach A Coruña. Vor allem der Weggang Otero’s fand in Vigo wenig Anklang. Dies ist wohl der Ursprung dieser Rivalität, die manchmal über die Grenzen des Sportlichen hinaus geht. So werden z. B. die Einwohner Vigo’s despektiv als „Portugiesen“ bezeichnet. Hintergrund dabei ist, das Portugal als armes oder ármeres Land gilt.

In Vigo versuchte man den Verlust durch eine Anzeige wegen Bestechung zu stoppen und so dauerte es bis 1924 ehe Otero für die „Herculinos“, wie Dépor auch von seinen Anhängern genannt wird, auflaufen konnte. Und das gegen niemanden geringeres als gegen die Auswahl Uruguay’s. Als Konsequenz wurde der Supermarkt der Familie Otero in Vigo von der dortigen Bevölkerung boykottiert.

Der Ein- oder Abstieg in die Metro Vigo’s

Metro Vigo

Der Konflikt schwelte in den kommenden Jahren, als¨über die Einführung einer landesweiten Spielklasse und deren Zugangskriterien debattiert wurde, weiter. Der damalige Präsident des Fussballverbandes, Pedro Díez de Rivera, lud zu verschiedenen Gesprächen, um die Meinungsverschiedenheiten zwischen beiden Vereinen abzubauen.

Ohne Erfolg, denn bezgl. der Gründung der PD gab es seinerzeit zwei Fraktionen, die sich diametral gegenüberstanden. Die Einen, die „Maximalisten“, forderten eine grosse Liga, um möglichst viele Vereine, Städte und Regionen repräsentiert zu sehen. Dagegen sprachen sich die „Minimalisten“ aus, die eine Spielklasse favorisierten an der erstmal nur ehemalige Meister und Vizemeister der verschiedenen regionalen Meisterschaften teilnehmen sollten. Celta gehörte zu den „Maximalisten“ und Dépor zum Gegenpart, der sich durchsetzten sollte. Allerdings erhielten die „Deportistas“ auch keinen jener zwölf Startplätze zum Auftakt der PD in der Saison 1929/30.

So trafen dann beide Klubs im Jahre 1930 nur ein einziges Mal im Campeonato Regional in Vigo aufeinander. Bereits im ersten Durchgang ging es heiss her und die Animositäten verlagerten sich auch auf das Spielfeld. Das veranlasste mehrere Spieler Dépor’s nicht zu Wiederanpfiff zurück auf dem Rasen zu erscheinen. Der Schiedsrichter zeigte sich jedoch unbeeindruckt und liess obgleich der numerischen Unterlegenheit weiterspielen. Celta gewann am Ende mit 13:0!

Nach dieser Geburtsstunde der Rivalität galten zwei Siege in der jeweiligen Saison als das Non-Plus-Ultra für die Fans beider Klubs und daran hat sich bis zum heutigen Tage nichts geändert. Auch wenn Dépor trotz des Sieges im letzten Derby in Balaídos (15.4.2012) absteigen musste. Doch nach nur einem Jahr in der „Hölle“, wie die Segunda División A seitens Atlético’s nach derem Abstieg im Jahre 2000 getauft wurde, stand gestern wieder eine Neuauflage dieses Klassikers an.

Das letzte Derby in Balaídos 2012

Und obwohl es im Allgemeinen schwierig ist, bei Derbies einen Favoriten zu nennen, oblag diese Bürde sicherlich Celta, die nach vier Runden immer noch ungeschlagen waren und dabei auch schon acht Mal einen Treffer bejubeln durften. Im Gegensatz hing bei Dépor der Haussegen nach dem 2:8-Debakel am vergangenem Sonnabend gegen Real Madrid schief. Nicht verwunderlich also, dass Dépor nach diesem Schützenfest die Abwehr mit den meisten Gegentoren in der PD aufwies.

Depor-Fans beim Abschlusstraining

Zusätzliche Brisanz lieferte auch der Mann auf der Bank der „Deportistas“: Nämlich jener Víctor Fernández unter dem Celta seine letzte grosse Zeit von 1999-2004 mit teilweise berauschendem Offensivfussball und UEFA-Cup-Teilnahmen erlebte.

Die Kolonne der Busse auf der Autobahn Richtung Vigo

Depor Anreise z. Derby

Alles bereit in der Kabine der Gäste

Nun direkt zum Match

Celta legte auch unter dem neuen Coach Berrizo los wie die Feuerwehr. Trotz des Abgangs von Luis Enrique zu Barça, stehen immer noch einige Spieler im Aufgebot der „Celeste“, die in der Masia ausgebildet wurden. Einer von ihnen ist Nolito, der mit seinem Slalomlauf einschliesslich eines gelungenem Abschlusses auch keine 180 Sekunden brauchte, um einzunetzen.

Das verlieh dem Spiel der Hausherren zusätzliche Sicherheit und Dépor kam nicht nur schlecht aus den Startlöchern, sondern wirkte auch in der Folgezeit unsortiert. Celta dominierte den ersten Durchgang fast nach Belieben und hätte in nicht weniger als fünf Aktionen vor dem Kasten von Germán Luz das Ergebnis höher schrauben können. Die Gäste waren nur auf Schadensbegrenzung aus und hofften das Celta wie schon so oft nach dem Wechsel nachlassen würde.

Der Block der gut 1 000 Dépor-Fans im Stadion „Balaídos“

Und tatsächlich hatten die Gáste nach dem Pausentee mehr vom Spiel. Nach einer der vielen Läufe auf der Aussenbahn Juanfrans‘ kam der Ball zu Issac Cuenca, der seinerseits mit der Pike den Ausgleich besorgte. Das Match wurde nun umkämpfter ohne jedoch ins Unsportliche auszuarten.

Dépor hatte nun mehr vom Spiel, doch Celta blieb durch Nolito und Larrivey, die ebenso wie der Chilene Orellana für manches Kopfzerbrechen in der Hintermannschaft der Blau-Weissen sorgte, bei Gegenstössen immer gefährlich.

Und so war es auch der von Rayo gekommene Argentinier Larrivey der im Anschluss an eine Ecke per Kopf die erneute Führung für Celta erzielte. Doch es blieben immer noch gut 20 Minuten, um zumindest ein Remis mit nach A Coruña zu nehmen.

Und die grosse Chance dazu sollte Dépor drei Minuten vor Ablauf der regulären Spielzeit durch einen Strafstoss bekommen. Medunjanin übernahm die Verantwortung, doch Sergio Álvarez hechtete ins bedrohte Eck und lenkte den Ball mit einer grossartigen Parade zur Ecke.

Am Spielstand änderte sich dann bis zum Schlusspfiff des Unparteiischen nichts mehr. Der Saisonauftakt von Celta mit neun Zählern nach fünf Begegnungen muss als gelungen bezeichnet werden, wohingegen bei Dépor, das nur vier Punkte aufweist, die Luft für Víctor Fernández immer dünner wird.

So sehen Derby-Sieger aus!

CELTA

1 Sergio Álvarez
2 Hugo Mallo
3 Fontàs
6 Radoja
8 Álex López
10 Nolito
11 Larrivey
14 Orellana
21 Planas
22 Cabral
23 Krohn-Dehli

AUSWECHSLUNGEN
24 Augusto
Álex López (67′)
19 Jonny
Nolito (83′)
20 Sergi Gómez
Krohn-Dehli (89′)

TRAINER

Eduardo Berizzo

Deportivo

1 Lux
4 Alex Bergantiños
8 Medunjanin
9 Hélder
11 Juanfran
12 Sidnei
14 Isaac Cuenca
15 Laure
16 Luisinho
23 Lopo
24 Fariña

AUSWECHSLUNGEN

19 Ivan Cavaleiro
Isaac Cuenca (70′)
6 José Rodríguez
Laure (77′)
18 Toché
Fariña (85′)

TRAINER

Víctor Fernández Braulio

SCHIEDSRICHTER
Schiedsrichter : Del Cerro Grande, Carlos
Assistent 1 : Yuste Jiménez, Juan Carlos
Assistent 2 : Álvarez Cantón, Abrahám
4. Schiedsrichter : Juan Bustos, Héctor

TORE

1-0 Nolito (3′)
1-1 Isaac Cuenca (53′)
2-1 Larrivey (71′)

GELBE KARTEN

Fontàs (41′)
Larrivey (71′)
Orellana (77′)

Luisinho (68′)
Laure (75′)
Sidnei (77′)

STADION: Balaídos 23.903 ZUSCHAUER

QUELLEN: Spielstatistiken lt. Spielberichtsbogen (http://actas.rfef.es/actas/RFEF_CmpPartido?cod_primaria=1000144&CodActa=24419)
Fotos: Mª José Barreiro López de Gamarra (Vigo)

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