Ein Hoffnungsschimmer für Carmen Martínez dank Rayo Vallecano

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Im Zuge der immer noch andauernde Wirtschaftskrise werden viele Menschen ihrer elementarsten Lebensgrundlagen, wie z.B. dem Recht auf das tägliche Brot, und Menschenrechte, wie dem Recht auf eine würdige Unterkunft, beraubt. Täglich werden in Spanien hunderte von Zwangsräumungen vollzogen. Bei den Geräumten handelt es sich nicht etwa um Angehörige einer Hausbesetzerbewegung im klassischen Sinne oder gar massenhaft säumiger Mietschuldner, sondern mehrheitlich um die (ehemaligen) Eigentümer der jeweiligen Wohnung.

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(Foto: Bukaneros Rayo Vallecano)

Am vergangenen Freitag wurde in dem einfachen,bescheidenen, wie aber auch aktiven Viertel Vallecas in Madrid die 85-jährige Carmen Martínez aus ihrer Wohnung, in der sie seit mehr als fünf Jahrzehnten lebte, geworfen. Sie hatte vor Jahren mit einer Hypothek auf ihre Eigentumswohnung für einen Kredit ihres Sohnes gebürgt.

In jenen, heute schon fast prähistorisch erscheinenden, Tagen des „Spanischen Wirtschaftswunder“, der mittlerweile längst geplatzten Immobilienblase, mit den massenhaften, unbürokratisch schnellen Krediten der Banken und Erteilung von Hypotheken mit getunten Lohnbescheinigungen, waren derartige Geschäfte durchaus an der Tagesordnung. Und am Ende gewinnt bekanntlich immer die Bank. Nicht nur in Las Vegas.

Besagter Sohn kann schon seit geraumer Zeit die Verpflichtungen aus diesem Kreditvertrag nicht mehr erfüllen und nun musste halt die 160 000-€ Wohnung seiner Mutter für den aktuellenen Schuldenstand von 70 000 € herhalten.

Die Fanszene um den ebenfalls im Viertel beheimateten Primera Klub Rayo ist bereits seit langem sowohl für ihren lautstarken Support, als auch ihre kreativen Aktionen gegen die Kommerzialisierung des Fussballs bekannt. So widmete die bekannte Madrider Ska-Punk-Band „Ska-P“ dem Verein einen eigenen Song. Bereits seit fast 20 Jahren gilt dieses Lied als „Inoffizielle“ Vereinhymne.

Und auch als Verein gibt Rayo sich solidarisch mit den Alltagsproblemen in Vallecas. Als die Nachricht vom Schicksal der alten Dame die Ohren der Spieler und Trainer erreichte, beschlossen diese schnell Carmen eine neue Bleibe anzumieten und sie dort umsonst bis zu ihrem Lebensende wohnen zu lassen.

Ein entsprechender Re-Tweet des Coaches Paco Jémez ging in den Medien, und bei den Fans, wie ein Lauffeuer um. Diese beispielhafte Aktion von Team und Trainerstab Rayos‘ erhielt landesweiten und uneingeschränkten Zuspruch.

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