Operación Neptuno: Der vorläufige Abschlussbeginn + die Geburt einer neuen Legende in der spanischen Ultra-Szene

19.12.2014

Die Ereignisse gestern fokussierten sich auf zwei Brennpunkte: 1. Den Verlauf der polizeilichen und richterlichen Befragung der inhaftierten Ultras der Frente Atlético (FA) und 2. Die zweite Verhaftungswelle in A Coruña unter den Riazor Blues (RB).

Im Laufe des Tages stieg die Zahl der Hauptverdächtigen mit der Verhaftung eines Ultras (21) der FA in Parla auf Drei. Bei allen Dreien hat der zuständige Richter in Madrid eine Untersuchungshaft ohne Kaution verhängt. In der Schwebe ist auch noch, ob die Anklage auf Totschlag oder auf Mord lauten wird. Alle anderen vorrübergehend inhaftierten Ultras der FA erhielten zur Auflage sich dem Stadion Vte. Calderón nicht auf weniger als einen Kilometer zu nähern, 14-täglicher Meldepflicht bei der zuständigen Polizeibehörde, sowie des einjährigen Verbotes jegliches Spiel von Atlético, weder im In- noch im Ausland, zu besuchen. Bei Verstössen erlischt die Bewährungsgrundlage. Der Elitesoldat der UME ist der Einzige, der ohne Auflagen freigelassen wurde, da er mittels eines Flugtickets beweisen konnte, dass er sich zum Zeitpunkt der Ausschreitungen in Frankreich aufgehalten habe.

Auch die Verhafteten aus Reihen der Ultra Boys (Real Sporting de Gijón) sind inzwischen wieder auf freiem Fusse.

Cuatro ultras nazi-fascistas han sido detenidas este miércoles en Xixón

(Verhaftung der Ultra Boys; Foto: Sare Antifascista)

Gegen alle im Rahmen dieses Verfahrens, mit Ausnahme der Hauptverdächtigen, Betroffenen wird ermittelt wegen öffentlicher Aufruhr und gegenseitiger Anzeigen wegen Körperverletzung unter den gegnerischen Ultragruppen.

Ebenfalls gestern wurden in A Coruña 18 Ultras der RB, in einem Einsatz unter der Leitung der Madrider Policia Nacional, festgenommen. Auch diese Ultras kamen bereits am selben Tage nach der polizeilichen Vernehmung in Madrid unter Auflagen wieder frei.

Die Geburt einer neuen Legende in der spanischen Ultraszene

Wie heute das spanische Ultra-Internet-Portal Super Hincha In derselben Tonlage meldet,  in der beide Ultra-Gruppen in den Vernehmungen abstritten, dass es eine Verabredung zwischen den Gruppen aus der Hauptstadt und Galiziens gegeben haben soll, habe ein „Chivatazo“, (im Sp.: gemeiner, hinterlistiger; oft: „Insider-„), ein Tip, die Ereignisse entfesselt. Den jedes Mal, wenn eine Legende ausgeräumt wird, entsteht gleichzeitig Raum für neue Spekulationen.

 

Von Seiten der Madrilenen wurden jetzt Gerüchte ins Spiel gebracht, dass die RB nicht „in einen Hinterhalt“ geraten seien, sondern sie sollen im Gegenteil, in Zusammenarbeit mit anderen linken Ultra-Gruppen wie z.B. den Bukaneros (Rayo Vallecano), Alkor Hooligans (CD Alcorcón), Indar Gorri (CA Osasuna) und weiteren, geplant gehabt haben, eine Kneipe der FA anzugreifen. Dies passierte zuletzt beim Gastspiel des Valencia CF, als die Ultra Yomus sehr früh vor Ort waren, oder letztes Jahr am Sylvesterabend, als ·das „Rio Duratón“ (s.a. vorheriger Artikel hier) durch eine Gruppe der Ultra Sur angegriffen wurde. Solche Aktionen gelten in der Szene den als eine Art  „Kriegstrophäe“!

Von dieser Story, der geplanten Attacke durch die RB und Verbündete, soll dann ein linker Atlético-Fan gehört haben und daraufhin soll auf diesem Wege diese Info zum Frühstück der FA gelangt sein. Die FA sei einem Angriff der RB also nur zuvor gekommen, und der Gegner, die RB, hätten nicht mit so einer, paramilitärisch gut, geplanten Aktion gerechnet und deswegen den Kürzeren gezogen. Meine Oma sagte in solchen Fällen, wenn sie Ausflüchte meiner zu wittern vermeinte: „Junge, du kannst mir erzählen, im Himmel ist Jahrmarkt!“

 

Mythen in Tüten: Wer es dann doch selbst lesen möchte; hier der Link zu Super Hincha:http://superhincha.blogspot.com.es/2014/12/posible-chivatazo-al-frente-atletico.html

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