Wieder neue Fälle von Insolvenz…Traditionsverein Albacete Balompié steht vor dem endgültigen Aus und auch ein Team der SUPERLIGA FEMININA, Sant Gabriel, ist betroffen!

20.2.2015

Albacete Balompié steht erneut am Rande des Abgrunds. „Alba“ ist der einzige Verein aus der Provinz Castila-La Mancha, der jemals in der Primera División (PD) gespielt hat. Insgesamt sieben Spielzeiten war der Klub erstklassig! Hinzu kommen noch weitere 19 Jahre in denen in der Segunda División A um Punkte gekämpft wurde.

Heute vormittag stellte der Vorstand beim zuständigen Gericht den Antrag auf Auflösung des Vereins, da zuletzt nicht die Verpflichtungen aus dem Konkursverfahren erfüllt werden konnten. Dies liegt nicht zuletzt daran, dass das Finanzamt die Einnahmen aus dem Kassenhäuschen pfändet, um die bestehenden Schulden gegenüber der Sozialversicherung auszugleichen.

Es kam noch nicht zu einer endgültigen Liquidation des Vereins, da das Schriftstück nach Angaben des Gerichtes mit einem Formfehler behaftet sei. Dem Vorstand wurden nun zehn Tage Frist eingeräumt, um diese Fehler zu subsanieren.

Gegründet wurde „Alba“ im Jahre 1940, nachdem gleich drei Klubs aus der Stadt, die nachdem „Bürgerkrieg“ wieder die sportliche Aktivitäten aufgenommen hatten, in der ökomischen Depresion des „Pos-guerra“, Pleite gegangen waren. Es folgte die Fusion der beiden bedeutensten Fussballklubs der Stadt, nämlich „Albacete Foot-ball Club“ und dem „Club Deportivo Albacete“ zur „Sociedad Deportiva Albacete Foot-ball Association“. Ein Jahr später wurde der Vereinsname dann in „Albacete Balompié“ umgewandelt. In jener Zeit wurden die Fussballspiele in der „Plaza de toros“, der Stier“kampf“arena, ausgetragen, da es keine auf den Fussball spezifizierte Anlage gab.

Die Wurzeln des Ballsportes sind in Albacete bis in die frühen Jahre des XX. Jahrhunderts zurückzuverfolgen, als mit „La Normal“ und „La Liga“ zwei Teams Fussballmannschaften stellten.

Es dauerte jedoch bis 1917 ehe der evangelische Pastor und Lehrer Franklin Albricias Goetz beide Lager einte und der „Club Deportivo Albacete“ ins Leben gerufen wurde. Dieser Klub wurde in den Wirren der Kriegsjahre 1936-39 aufgelöst!

DER AUFSTIEG ZUM ERSTLIGISTEN

Finanziell auf Rosen gebettet waren die „Manchegos“ nie, so dass es im Jahre 1960 dem damaligen Bürgermeister Carlos Belmonte zu verdanken war, dass ein Stadion gebaut werden konnte, das höheren Ansprüchen entsprach.

(Es handelt sich um eine Dokumentation der „No Do“, der sp. Version der „Deutschen Wochenschau“; Anmerk. d. Verf.)

Zwischen der Einweihung des Carlos Belmonte (Fassungsvermögen: 17 500) und der „Goldenen Ära“ der 90-er Jahre, pendelte „Alba“ meist zwischen Tercera und Segunda B, konnte aber, ob seiner „Monopolstellung“, dennoch viele neue Anhänger finden.

In der Saison 1990/91 gelang „Alba“ unter der Regie von Benito Floro, dem aktuellen Trainer der kanadischen Auswahl, mit dem erstmaligen Aufstieg ins Oberhaus der PD der ganz grosse Wurf. Benito Floro sollte im Anschluss an seine Zeit auf Alba’s Bank auch Real Madrid trainieren (1992 – zu seiner Entlassung im März 1994). Dieses Aufstiegsteam erwarb sich, in Anlehnung an den spanischen Titel von „Clockwork Orange“ („sp. „La naranja mecánica“), durch einen beherzten Angriffsfussball den Spitznamen „El Queso Mecánico“. Der Käse ist weit über die Provinz hinaus bekannt und, neben Wein und der Messerherstellung, das Starprodukt der Region.

Nach dem letztmaligen Abstieg aus der PD im Jahre 2005 folgte der freie Fall bis hinunter in die Tercera División.

Der bekannste Spieler, der aus der eigenen Jugend kam, ist der frühere Real-Madrid-Star und Ex-Auswahltrainer José Antonio Camacho.

Als es dem Klub vor einigen Jahren schonmal fast an den Kragen ging, sprang der aus der Gegend stammende Barça-Profi Andrès Iniesta als Sponsor ein. Nun wird auf der Brust für das Weingut und die Kelterei, die „Bodegas Iniesta“, des Welt- und Europameisters geworben und auch das Trainingsgelände wurde nach ihm benannt.

Im Sommer letzten Jahres gelang der erneute Sprung in die Segunda A, nachdem die „Grupo IV der Seg. Div. B“ gewonnen werden konnte.

(Video aus den Austieg-Play-Offs gegen Sestao River)

Im Moment steht der Klub auf einem Abstiegsrang mit 25 erkämpften Punkten aus ebensovielen Matches.

AUCH BEIM CE SANT GABRIEL SCHRILLEN DIE ALARMGLOCKEN!

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Auch bei den Frauen des 1996 gegründeten CE Sant Gabriel, der seine Heimspiele auf der Bezirkssportanlage von „Municipal José Luis Ruiz Casado“ von San Adrián de Besós (Barcelona) austrägt, sieht es im Moment düster aus.

Während der Lokalkonkurrent FC Barcelona Feminí in der nächsten Saison das Team professionalisieren wird, haben die Frauen aus Besós, die 2010/11 in die SUPERLIGA FEMININA aufstiegen (Letzte Saison: 8. Platz) und in der COPA DEL LA REINA bislang einige Achtungserfolge landen konnten, existenzielle Probleme.

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(alle Fotos Sant Gabriel:PD-direkt/Elena del Toro)

Damit sind sie der dritte Frauenverein, der in dieser Spielzeit nach Oviedo Moderno und Sporting de Huelva SOS funken muss. Im Vergleich zu den Summen bei den Männern, fehlen den Katalanen just 15 000 €, um den federativen Abstieg zu vermeiden.

Nach Version des Vereins, verbreitet durch Generaldirektor und einzigen Mäzen des Klubs mit fast 15 Teams Joan Llandrich, sind versprochene Gelder für diese Saison bislang noch nicht geflossen und jetzt ist Ebbe in der Kasse. Trainer und Spielerrinnen bekommen derzeit weder Gehalt noch irgendwelche Aufwandsentschädigungen.

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