2. Spieltag: Ciutat de València; Levante U.D. vs. Sevilla F.C.

25.8.2013; 2. Spieltag Primera División; Levante Ud vs. Sevilla FC

Zuerst einmal eine kurze Einleitung zu diesem blog:

Ich habe 15 Jahre in Valencia gewohnt und seit meiner Rückkehr nach Hannover, musste ich feststellen, dass sich selbst renomierte Medien dem Jargon des Boulevards angepasst haben, sodass selbst im Kicker oder in der SZ, in welcher dt. Tageszeitung nicht (?), mitunter 5 Vereine in der Tabelle der Primera División stehen, die es nicht gibt. Stümperhaft wäre eine noch eine harmlose Beschreibung!
Daher an dieser Stelle der Auszug aus der offiziellen Website des Spanischen Fussballverbandes (www.rfef.es)
Jornada: 2  – Fecha: 25/08/2013
Equipo Local

Equipo Visitante
R.C.D. Espanyol De Barcelona, Sad
Valencia C.F.
Real Betis Balompié S.A.D.
R.C. Celta De Vigo,

Sad Granada C.F.
Real Madrid C.F.

Athletic Club,
C. Atº. Osasuna,

Villarreal C.F.
Real Valladolid C.F., Sad

Getafe C.F., Sad,
Almería U.D. S.A.D.

Elche C.F.
Real Sociedad De Futbol, Sad,

Club Atletico De Madrid, Sad,
Rayo Vallecano De Madrid, Sad,

Levante U.D.Sevilla F.C. S.A.D.,

Málaga C.F. S.A.D.
F.C. Barcelona
Anmerkung: das Kürzel „S.A.D.“ bedeutet auf deutsch „Sportaktiengesellschaft“.

Fangen wir also hier mit dem Tagesgeschäft an.
Wie bereits erwähnt, wohnte ich rd. 15 Jahre in Valencia und mein Verein ist der Dekan des valencianischen Fussballs: Levante UD. Der Verein wurde zwei Tage nach der Gründung des Valencianischen Fussballverbandes am 9.9.1909 in das Vereinsregister eingetragen. Die tätsächliche Vereinsgründung liegt weiter zurück. Der damalige Levante FC war in den Hafenvierteln Valencias, den „Poblats maritimes“(Cabanyal/ Canyamelar u. Malvarrosa) beheimatet, die erst Ende des 19. Jhd. eingemeindet worden. Wáhrend des „Sp. Bürgerkrieges“ wurde das damalige Stadion, im „Cami Hond de Grau“ , von der it. Luftwaffe mit einigen Bombentrichtern versehen, so dass bei Wiederaufnahme des Spielbetriebes zu Beginn der Franco-Diktatur (1939-75) kein geeignetes Spielfeld zur Verfügung stand. Daher kam es zu einer eher anaturalen Fusion mit Gimnastic, einem klerikalen Verein. Zu jener Zeit wurde gesagt, dass Levante das beste Team Valencias stellte und Gimnastic mit dem „Camp de Vallejos“ das beste Stadion der drittgrössten Stadt Spaniens besass.  Die ersten beiden Jahre dieser Fusion wurden unter dem Namen „U.D. Levante Gimnastic“ bestritten, was zu der komischen, wie unbeliebten Abkürzung, „UDeLaGe“ führte. Also heisst der Club seit 1941 Levante Unión Deportiva. Als proletarischer Verein hatte die L.U.D. wenig Möglichkeiten wieder zur sportlichen Relevanz der 20/30-er Jahre zurückzukehren. In diesem Zusammenhang sei erwäht, das der Levante F.C. seinen , bisher, einzigen Titel in der „Copa de la España libre/ Trofeo Presidente de la República“ am 7.6.1937 im mittelerweile zerstörtem Stadium in Sarrià (ehemals der Ground von Español/Espanyol Barcelona) durch einen 2:1 Sieg gegen den Valencia C.F., holte. Dieser Titel wird nach den Richtlinien der off. Politik, d.h. franquistisches Unrecht bereinigen, vom Sp. Staat anerkannt, aber nicht nicht vom Sp. Fusssballverband.Bei diesem Wettbewerb war der F.C. Barcelona nicht beteiligt, da dieser  zu diesem Zeitpunkt eine Mexiko-Tour machte.Die Vereinsführung knüpfte erst Ende der 50-er, d.h. zwei Jahrzehnte nach dem militärischen Erfolg der Franquisten, Kontakt zum Regime.  Dann endlich gelang der Aufstieg. Nach zwei Spielzeiten in der Primera (1963-65) folgten einige Jahrzehnte in der Versenkung, ehe 2003 unter dem, leider inzwischen verstorbenen, Manuel „Manolo“ Preciado der Wiederaufstieg geschafft wurde. Nach dem, fast, totalen Chaos in der Spielzeit 2007/08, wurde unter rudimentären Bedingen der so gut wie unmögliche gehaltene Aufstieg nur 1 Jahr später geschafft. 15 Tage vor Saisonauftakt standen dem Trainer  Luis Garcia Plaza (heute Getafe C.F.) nur 5 Profis zur Verfügung. Nach der spektakulären Qualifikation zur Europe League letztes Jahr, spielt der Verein nun zum ersten Male in seiner Vereinsgeschichte vier Jahre hintereinander im Oberhaus.
Kurz vor Saisonstart wechselte Vicente Iborra für 6 Millionen € zum heutigen Gegner. Joaquín Caparrós erklärte daraufhin, dass die Vorbereitung ohne den defensiven Mittelfeldmann „Ibo“ , ein Schlüsselspieler, quasi in die Tonne getreten werden kann. Folgerichtig gab es zum Auftakt im Camp Nou eine deftige 7:0-Peitsche. V.a. Die Darbietung in ersten Durchgang war mehr als peinlich. Aber was soll´s? Im Camp Nou werden noch andere Teams Federn lassen.
Im heutigen Spiel zeigen sich die „Granota“ (abgeleitet aus den Trikotfarben, die von Gimnastic übernommen worden, „blau-grana“ (dt. blau/granatrot) und auf Valenciano, eine Variante des Catalá, bedeutet „granota“ auch „Frosch“. Diese waren in Vallejos, aufgrund der Nähe zur Turia, der Fluss floss durch Valencia nahe am Stadion Vallejo bis zu seiner Umleitung nach der Überschwemmungskatastrophe von 1957, immer gut zu hoeren. Im selben Stadion fanden übrigens auch Windhundrennen statt.) deutlich engagierter und, vor allem, in der Defensive viel besser geordnet. Allein in den ersten acht Minuten waren 5 Ecken für die Gastgeber zu verzeichnen. Den ersten Hauch von Gefahr versprühte allerdings Marko Marin nach gut 12 Minuten. Die grösste Chance hatte in der 25. Sérgio Pinto, der übereilt verzog. Kurz danach tankte sich Pedro López bis zur Grundlinie durch, doch seine scharfer Flachpass fand keinen Abnehmer. In der letzten Viertelstunde vor dem Seitenwechsel wurde der Ref, Teixeira Vitienes, zum Protagonisten, als er in kurzer Zeit mehrere Karten verteilte.
Nach dem Pausentee verlief das Match, wie viele in der Primera. Sehr gute taktische Aufteilung. Bis zur 65. Minuten brauchte keiner der beiden Schlussleute eingreifen. Die Kräfte liessen dann bei Levante nach, und Sevilla, das auf die C-L fixiert ist, konnte anhand des besseren Spielermaterials ein Überlegenheit erzwingen, ohne jedoch einmal richtig gefährlich vor Keylor Navas, dem Auswahlkeeper von Costa Rica, der letzte Woche in Barcelona, das absolute Desaster
verhinderte, aufzutauchen. Doch Fussball ist nicht Mathematik. Die Riesenchance zum Siegtreffer bot sich den „Granota“, nachdem Sérgio Pinto einen Freisstoss in der 82. hart, aber unplaziert trat, jedoch patzte Beto. David Navarro, 3m vor der Bude, bewies, warum er Abwehrspieler und nicht Stürmer ist. Wenig später noch eine Gelegenheit für Sevilla, die im Abseits und vom Torsteher gehalten, verpuffte. Die Andalusier wurden von rd. 100 „BirisNorte“, den linken Ultras, unter den etwas mehr als 12 000 Zuschauern, begleitet. Die Gästefans wurden übrigens, ohne jegliche Komplikation, im Gol Alboraia bei den restlichen Fussballbegeisterten untergebracht. Der bisherige Auswärtsblock wird seit heute von der neuen Fangruppe „Grada Jove“,, im übrigen sehr gut zu hören, bewohnt. Amunt LLevant!!

Ein Gedanke zu „2. Spieltag: Ciutat de València; Levante U.D. vs. Sevilla F.C.

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