Villarreal Club de Fútbol SAD – Valencia Club de Fútbol SAD

Villarreal Club de Fútbol SAD – Valencia Club de Fútbol SAD

domingo, 27 de octubre de 2013 –
17.00 –
Estadio El Madrigal (22.539 Zuschauer)

Nachdem gestern der Superclásico im Camp Nou anstand, kam es am heutigen Sonntag zum Regionalderby in der Comunidad Valencia, der „terreta“, wie die Einheimischen zu sagen pflegen. Die einzige Parallele, die mir im Vergleich mit Deutschland einfällt, ist die Bezeichnung „Ländle“ für Schwaben.

Dieses Derby ist verhältnismässig neu, da der heutige Gastgeber bis zum erstmaligen Aufstieg in die Segunda A, im Jahre 1993, in die Tiefen des Regionalfussballs herumdümpelte. Nicht aus diesem Grund wird von einem Reginalderby gesprochen, sondern weil zwei Vereine aus verschiedlichen Provinzen (vgl. Regierungsbezirke) aufeinander treffen.

Villareal schaffte dann, nach zwei packenden Relegationsspielen gegen SD Compostela, 1998 dann auch den Zugang zum Oberhaus des spanischen Fussballs´.

Und dieses Jahr war in doppelter Hinsicht wegweisend, da der Grossindustrielle, der Vorstandsvorsitzende des Porzellanimperiums PAMESA, Hauptaktionär und zugleich Präsident des Vereins wurde und sehr viel Geld in den Club pumpte. In Spieler, sowie in Infrastruktur.

In den folgenden Jahren läuft dann in der Kleinstadt Villarreal (ca. 50 000 Einwohner, darunter aktuell 12 000 DauerkartenbesitzerInnen; pro Kopf der Bevölkerung ist das Ligarekord) alles nach Plan. UEFA-Cup und später auch Championsleague waren für die „Groguets“ (kat. die Gelben), deren Gesicht in dieser Ära durch viele südamerikanische Profis geprägt wurde, zum Alltag.

Der Gipfel des sportlichen Erfolges wurde im April 2006 mit der Halbfinalteilnahme der Champions League erreicht. Doch dann hielt ja bekanntlich der damalige Torsteher von Arsenal, Jens Lehmann, kurz vor Schluss einen Straftritt von Juan Román Riquelme und qualifizierte die Gunners für das Finale in Paris.

Mit dem erneuten Abstieg im Mai letzten Jahres entzog Fernando Roig dann dem Verein seine grosszügigen Zuwendungen. Das heutige Team, das den fast fast unmöglich geglaubten direkten Wiederaufstieg schaffte, ist in der Basis aus Kickern geformt, die aus der eigenen Nachwuchsschule kommen.

50 Kilometer weiter südlich, in der Hauptstadt an der Turia, ist die Situation momentan alles andere als entspannt. Dies hat verschiedene Gründe: sportl. wie unternehmerische Fehlkalkulationen mündeten in die Gründung einer Fundation, die als Bürge der passiva eintritt. Dieser Bürge heisst (siehe unten) nicht nur im Falle des Valencia C.F. Instituto Valenciano de Finanzas, also die öffentliche Hand.

Diese Bürgschaften (Valencia C.F., Hércules C.F. und Elche C.F.), sowie die Immobiliengeschäfte von Real Madrid (wg.möglicherweise unzulässiger öffentliche Hilfe) sind seit 2009 Gegenstand von Untersuchungen durch den Kommissar für Wettbewerb der EU-Kommission, dem Spanier Joaquín Almunia. Anlass war eine Klage bezgl. des Verteilschlüssels der Fersehrechte in sp. Profifussball. Hierbei ging/geht es um eine eventuelle Bevorteilung der vier Clubs der Primera División (FC Barcelona, Real Madrid CF, Athletic Club de Bilbao und Club Atlético Osasuna ), die keine Aktiengesellschaften sind. In Spanien verkauft jeder Verein individuell seine Fersehrechte an die jeweiligen privaten wie öffentlichen Medien.

In diesem Aspekt hatten/haben sowohl Villarreal als auch Valencia über lange Jahre oppulente Verträge u.a. für Vorbereitungspiele (zwischen 2003 und 2008 erhielt der Valencia CF jährlich 10,6 Millionen € für jeweils 18 Testspiele) von Canal 9, dem valencianischen Regionalfernsehen (vergl. III. Programme in Deutschland), erhalten. Der Steuerzahler machte alle Kapriolen möglich. Enthalten in diesem Deal waren auch die Maskottchen. Villarreal erhielt und erhält, zumindest noch bis nächstes Jahr, vom Sender 537.600 € plus Mehrwertssteuer, also insgesamt 650.496 Eurillos für, den/das (???), „Groguet“ aus diesem Konzept. Der „murciélago“ (Deutsch: Fledermaus) des VCF kostete dagegen nur 580 000€.

Nicht ganz billige Sympathieträger. Diese Kunstwerke können bei Google.Bilder auch von zu Hause aus bestaunt werden.

Soweit mir bekannt ist, liegen in der Bundesliga die Kosten zur Anschaffung dieser überdimensionalen Teddies i.d.R. etwa bei 10 000€ zuzgl. Tantiemen. Ein weiterer Fakt, der diese skurile Entwickelung untermalt, ist der Erlöss, der für die Weiter- oder Zweitverwertung dieser Rechte durch die Vereine erzielt wurde: so z.B. 2007 verkaufte Valencia CF. zwei dieser Freundschaftsspiele, meist in der Saisonvorbereitung gegen holländische Zweitligisten, für insgesamt 35 000 € weiter . Mehr Interesse gab es nicht und bezahlt war ja eh schon alles, mit Spesen, versteht sich.

Als „Gegenleistung“ sollen jeweils 50 VIP-Karten zu den entsprechenden Spielen, wie der Copa Naranja, dem Aufgalopp des neuen Teams vor heimischer Kulisse, in Mestalla den Damen und Herren der Direktion von Canal 9 zur Verfügung gestellt worden sein.

Im Februar 2009 nahm die Krise eine neue Dimension an, als bei Arbeiten am Nou Mestalla, 2 Arbeiter von einem Stahlträger erschlagen wurden. Erst lag der Bau wegen der Ermittelungen still, danach weil das Geld zum Weiterbau nicht mehr vorhanden war.

Nun hat der Club neben dem mehr als baufälligen Camp de Mestalla, dem ältesten Stadion der Primera mit laufenden Spielbetrieb, auch noch eine zweite Bauruine am Hinterteil. Der Hauptgläubiger ist BANKIA und diese Institution ist auch hierzulande als nicht besonders seriös bekannt.

Dazu kommen interne Probleme mit Fans und Spieler, aber jetzt fängt das Match gleich an. Es gäbe noch viel mehr und tiefer zu berichten. Doch nun zum Spiel.

Villarreal beginnt, wie es sich für eine Heimelf gehört. Die „submarinos amarillos“, eigentlich der Spitzname des Cádiz C.F., ergreifen die Initiative und nach einer guten Viertelstunde hat Uche per Kopf die erste Grosschance.

Dies war der Prolog zu fünf ereignisreichen Minuten:

praktisch im direkten Anschluss, nach einer eher harmlosen Flanke von Giovani Dos Santos, fiel Matthieu, der von Djukic, dem, nach dem mehr als polemischen Abgang von Rami zu Milan, wohl die Alternativen fehlen, erneut als Innenverteidiger eingestetzt wurde, in einen Sekundenschlaf und Uche stocherte das Spielobjekt über die Linie.

http://www.youtube.com/watch?v=1AqaWBpnWf8

Guaita sah bei diesem Tor auch nicht gut aus.

Einige Augenblicke später wieder ein hoher Ball von links und der Paraguayo (Ex- Cruz Azul) Hernán Pérez, völlig ungedeckt am langen Pfosten, brauchte nur noch mit dem Haupt zu vollstrecken.

Valencia versuchte es mit mehr Willen als Können, aber die beiden einzigen Aktionen mit Torgefahr durch Pabón bereiteten Asenjo keine richtige Mühe. Doch die „Blanquinegre“ verzagten nicht und kamen durch Jonas zu einer letzten guten Chance. Insgesamt aber hatten die Fans der Gäste, bis auf die letzten zehn Minuten vor der Pause, wenig Anlass mit der Leistung ihres Teams zufrieden zu sein.

Nach dem Seitenwechsel zunächst das gleiche Bild. Valencia bemüht, sie kamen wie Stiere aus der Kabine.

Aber dieser Impetus allein sollte nicht reichen.

In der 48. Minute, nach einem Kopfstoss, aus abseitsverdächtiger Position,der vom Innenpfosten zurück ins Spielfeld „gespuckt“ wurde, beging Matthieu ein E-Jugend-Spieler-Foul. Giovani, der den Abpraller ergattert hatte und eigentlich auf dem Weg aus dem Strafraum hinaus war, wurde vom Franzosen mehr als ungeschickt zu Fall gebracht.

Den fälligen Straftritt führte der Gefoulte selbst aus und fand in Vicente Guaita seinen Meister. Ecke. Die Freude bei den Valencianistas über den abgewehrten Elfmeter dauerte nur wenige Sekunden. Der anschliessende Eckball flog mitten in den 5-er, Uche köpfte und Giovani fälschte den Ball mit der Wade ins Tor ab.

Das Spiel schien nach nicht einmal 50 Minuten entschieden.
Valencia verlor nun zehn Minuten lang völlig den Kopf und sammelte gelbe Karten als Ausdruck der spielerischen Impotenz.

Nach etwas mehr als einer Stunde erzielte dann Ricardo Costa aus heiteren Himmel das 3:1. Noch eine halbe Stunde. Es schien noch etwas für Valencia drin zu sein. Kurz zuvor hatte Djukic schon Dani Parajo für Ever Banega gebracht.

In der 75. wechselte der Serbe erneut und brachte auch mit Hélder Postiga einen weiteren Stürmer. Jonas musste gehen und der Brasilianer schien mit dieser Massnahme nicht besonders einverstanden zu sein. Er hatte in mehr als einem Spiel für wertvolle Ligapunkte in der Schlussphase sowohl durch fussballerische Qualitäten, als auch durch „Lucky-Punch“, gesorgt.

Nur fünf Minuten später tanzt sich Giovani erneut durch die Abwehr, und als alle Welt mit einem weiteren Haken rechnete, schoss er den Ball mit einer Bogenlampe ins, von Guaita mit Licht und Schatten, gehütete Gehäuse. Überhaupt blüht der Mexikaner in Villarreal dieses Jahr auf:


(Achtung: das Video ist seitenverkehrt)

nachdem er vergangene Saison beim RCD Mallorca bei 29 Einsätzen auf 6 Einschüsse kam, konnte er sich diese Spielzeit schon ebensoviele Kerben in seinen Stiefel ritzen. Und das nach erst zehn Matches.

Das war dann auch der verdiente Endstand im Madrigal.


(Achtung: siehe oben)

Zum Schluss, wie immer, auch noch den Spielberichtsbogen.

Clubes: Villarreal C.F. SAD de Villarreal
Valencia C.F. SAD de Valencia
Campo: El Madrigal
Arbitro : D. Clos Gómez, Carlos (Comité Aragonés)
Arbitro Asistente : D. Aguilar Rodríguez, Javier (Comité Catalán)
Arbitro Asistente : D. Marco Martínez, Luis Fernando (Comité Aragonés)
4º Arbitro : D. Sánchez-seco Otero, Miguel (Comité Madrileño)
Delegado de partido : D. Herráez Prieto, Néstor (Comité Catalán)

EQUIPO: Villarreal C.F. SAD EQUIPO: Valencia C.F. SAD
Jugador Goles
1 Asenjo Andres, Sergio –
2 Perez Martinez, Mario Gaspar –
5 Musacchio , Mateo Pablo –
8 Uche , Ikechukwu 1
9 Dos Santos Ramirez, Giovani 2
10 Gracia Calmache, Ruben –
11 Perez Gonzalez, Hernan Arsenio 1
14 Trigueros Muñoz, Manuel –
16 Dorado Ramirez, Jose Antonio –
18 Costa Jorda, Jaume –
21 Soriano Llido, Bruno –

Jugadores Suplentes
25 Sanchez Martinez, Juan Carlos –
4 Pina Isla, Tomas –
6 Pantic, Aleksander –
7 Perbet, Jeremy Louis –
17 Aquino Carmona, Javier Ignacio –
24 Pereira Rodriguez,Jonathan –
29 Iñiguez de Heredia Larraz, Pablo –

Entrenador: Garcia Toral, Marcelino
2º Entrenador: Uria Corral, Juan Ruben

Jugador Goles
13 Guaita Panadero, Vicente –
7 Goncalves Oliveira, Jonas –
10 Banega Hernandez, Ever Maximiliano –
11 Pabon Rios, Dorlan Mauricio –
12 Da Silva Pereira, Joao Pedro –
14 Bernat Velasco, Juan –
15 Fuego Martínez, Javier –
20 Moreira Costa, Ricardo Miguel 1
22 Mathieu , Jeremy –
23 Canales Madrazo, Sergio –
28 Nicola Cartabia, Federico

Jugadores Suplentes
1 Alves Carreira, Diego –
5 Ruiz Torre, Victor –
6 Romeu Vidal, Oriol –
8 Feghouli , Sofiane –
9 Marques Postiga, Helder Manuel –
18 Guardado Hernandez, Jose Andres –
21 Parejo Muñoz, Daniel –

Entrenador: Djukic Micic, Miroslav
2º Entrenador: Henric-coll Andrada, Raymond

RESULTADO 1er Tiempo FINAL HORA DE COMIENZO
Villarreal C.F. SAD DOS (2) CUATRO (4) 1ª Parte 17:00 h
Valencia C.F. SAD CERO (0) UNO (1) 2ª Parte 18:00 h

El Capitán y Entrenador El Capitán y Entrenador
Villarreal C.F. SAD Valencia C.F. SAD

@(CAP.L) Soriano Llido, Bruno N:21 @(CAP.V) Moreira Costa, Ricardo Miguel N:20
@(ENT.L) Garcia Toral, Marcelino @(ENT.V) Djukic Micic, Miroslav

El Delegado de Campo Jiménez Maíz, Luis el 27 de octubre de 2013

@(DEL.L) Jiménez Maíz, Luis
(Quelle:http://actas.rfef.es/actas/RFEF_CmpActa1?cod_primaria=1000144&CodActa=21120)

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