Real Madrid will die Ultra Sur aus dem Stadion verbannen und eine neue Fankurve kreieren

Die Ultra Sur inspirierten sich durch die „Hools“ von West Ham, die das Bernabéu während eines Matches im damaligen Europokal der Pokalsieger gegen Castilla im 1/16-Finale, der zweiten Mannschaft von Madrid, aufmischten.

Real Madrid Castilla spielte in der Saison 1978/79, in der neugegründeten Segunda División B und konnte, neben dem Austieg in die Segunda A, auch den Einzug in den Europacup feiern, nachdem die Erstligisten Hércules Alicante, Athletic Bilbao, Real Sociedad und Sporting Gijón bezwungen wurden.

Der Gegner im Finale hiess dann Real Madrid und das Endergebnis 6:1 für die erste Mannschaft, die ihrerseits im Landesmeistercup auflaufen sollte.

Einige, hauptsächlich jugendliche, Mitglieder des Fan-Clubes „Las Banderas“ (dt. die Fahnen o. Flaggen) wollten derartige Auftritte wie dem der InterCityFirm (http://de.wikipedia.org/wiki/Inter_City_Firm) in Zukumft nicht mehr im eigenen Stadion hinnehmen.

Zwei Jahre später, während des Finales der Copa del Rey in Valladolid, randalierten sie in Estadio Nuevo Zorrilla gegen Sporting. Im Zuge dieser Aktion wurden sie aus den „Las Banderas“ ausgeschlossen, und die Ultra Sur waren geboren.

Nun, also fast drei Jahrzehnte später, scheint Florentino Pérez die Schnauze voll zu haben und will den US, die auch gerne Merch-Artikel mit Doppel-S tragen, von ihrem angestammten Platz an der Eckfahne vertreiben.

Als Vorwand dient jetzt dem Bauunternehmer eine erneute Schlägerei, ausgehend von der Bar „Drakkar“, wo sich die US traditionell auf die Heimspiele an der Castellana vorbereiten.

Heute sind es die neuen Jahrgänge, die die „alte Garde“, die mittelerweile in Jahre gekommen ist und ein ruhiges Familienleben etc., den berüchtigten Treibjagden aus den 90-er Jahren vorziehen, ablösen wollen.

Die bereits angesprochene Bar wird an Spieltagen von einem der historischen Köpfe der US, Álvaro Cadenas, geöffnet. Zu den üblichen Aktivitäten wie Shirt-Verkauf u.a., werden hier auch die angeblich 250 Freikarten, die die Gruppe vom Verein erhält, unters Volk gebracht.

Es war/ist in Spanien lange Zeit üblich die lautstarken Fans zu subventionieren. Sei es, wie erwähnt durch Freikarten, aber auch durch Zuschüsse zu Auswärtsfahrten.

Die nachstrebenden Generationen werfen den „Alten“ hier persönliche Bereicherung vor.

Cadenas hatte die Leitung der Gruppe von José Luis Ochaíta übernommen.

Bekannt wurde „Ocho“, als er 1988 bei einem Auswärtsspiel in Oviedo, massgeblich an dem Angriff auf einen Stand einer kommunistische Gruppierung während des dortigen Volksfestes beteiligt war.

Nach der Rückkehr nach Madrid wurden sie als „Helden“ gefeiert und so war Ochaíta dann auch in der Folge im Büro des damaligen Präsidenten Ramón Mendoza beschäftigt.

Jahrelang gingen sie diesem Treiben nach.

Bis zum 1.4. 1998, als die US zuerst dann Zaun und das Tor des Fondo Sur umrissen. Nicht nur Günther Jauch und Marcel Reif wurden zu Höchstleistungen herausgefordert. Ich erinnnere mich gut an dieses Spiel, weil unser Bier beim Anpfiff alle war und Nachschub per Taxi geordert werden musste.

Die Reaktion des Vereins war seinerzeit der Versuch die US in den 3. Oberring zu „verbannen“. Umgesetzt wurde es letztlich dann doch nicht, um dem Team die akustische Unterstüzung nicht zu entziehen.

Nun will, Pérez ernst machen und es soll Schluss sein mit diesen 30 Jahren der organisierte Gewalt und der Apologie des Faschismus.

Die berühmte „puerta 28“ soll demnächst von einer neuen Fangruppe, im Stile der „Grada Jove“ (RCD ESpanyol) oder „Curva Nord Mario Kempes (Valencia CF), passiert werden.

Abwarten und Tee trinken.

Zum Abschluss noch eine relativ neue Doku zum Neo-Faschismus in Spanien: Auch sehr einducksvoll, für diejenigen, die der sp. Sprache nicht mächtig ist.

No pasarán!!!!

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