Eingebettet in Ruinen oder der harte Fall des Valencia CF

Am vergangegenen Dienstag fand die Jahreshauptversammlung des Valencia CF statt. Bereits einige Tage zuvor hob der Oberste Gerichtshof eine Bürgschaft seitens einer Körperschaft der Öffentlichen Hand, dem „Instituto Valencia de Financación“ (IVF), auf.

Dieses Urteil ermöglicht es nun dem Hauptgläubiger der „Che“, BANKIA (aus einer Fusion von CAJA MADRID und BANCAIXA (Valencia) entstanden), den Verein zu verkaufen. Es wird wieder ein Scheich oder Oligarch gesucht.

Hier noch einige Zahlen, die die ökonomische Situation des Vereins kommentieren, ohne diesen Beitrag weder in ein BWL-Seminar verwandeln zu wollen oder überhaupt zu können:

Während vor sechs Jahren noch vier von zehn eingenommenen Euronen durch den Verkauf von Eintrittskarten generiert wurden, hat heuer die Zahl von DauerkartenbesitzerInnen dramatisch abgenommen.

Von 45 000 Saisonabo´s 2006 wurden dieses Jahr nur noch 33 000 unters Volk gebracht. Das bedeutet für den Club ein Mindereinnahme von 5 Millionen € (21 Mill. – 16. Mill).

Einzig der Verkauf von Roberto Soldado an Tottenham für rd. 30 Mill. € konnte den Etat dieser Spielzeit wegbar gestalten.

Die tatsächlich erwarteten Einnahmen von 90 Mill. € stehen 104 im Etat veranschlagten gegenüber.

Nicht erst seit Amadeo Salvo in diesem Sommer die Präsidentschaft des 1919 gegründeten Vereins, dessen Vorbestimmung es sein sollte, sich auf Augenhöhe stets mit den Grossen Spaniens´, zu messen, toben an der Turia interne. sowie externe Konflikte.

Auf solche Bilder, wie aus dem Jahre 2004, als das „Double“ gefeiert werden konnte, werden die Fans des Valencia CF wohl noch etwas warten müssen

Intern wurde kürzlich Francisco Joaquín Pérez Rufete, Rufete, zum neuen Sportdirektor bestimmt. Der Alicantino soll nun eine Säuberung auf allen sportlichen Ebenen einleiten. Als erste Massnahme wurde wieder eine Kamara ausgegraben mit der jetzt erneut sämtliche Trainingseinheiten aufgezeichnet werden.

Ausserdem wurde eine Zusammenarbeit mit dem FIFA-Agenten Jorge Mendes vereinbart. Der wohl einflussreichste Spielervermittler der Welt wird von José Mourinho freundschaftlich „Big Brother“ genannt. Die New York Times bezeichnet den Portugiesen in einem Artikel aus diesem Jahr als „Clubbesitzer ohne Verein“.

Zu seinen bekanntesten „Werken“ dürften wohl der Transfer des siegreichen Gerüstes des FC Porto 2004 zum Chelsea FC oder die „Operation Madrid“ (205 Millionen € ; Gesamtvolumen der Ablösesummen für José Mourinho, Di María, Cristiano Ronaldo, Pepe, Coentrão und Carvalho) zählen.

Einen ausführlicheren Beitrag zum Thema „Finanzen“ gibt es bald auf dieser Seite.

Doch nun zum Tagesgeschäft:

Um 21h wird im Calderón der Ligavergleich zwischen dem derzeit Zweitplazierten, CA Atlético de Madrid, und dem Valencia CF angepfiffen. Der Abwehrspieler der Weiss-Schwarzen, Barragán, gab bereits am Freitag bekannt, dass „das Team bereit sei, um mit der Faust auf den Tisch zu hauen und die drei Punkte zu erobern“.

Das erscheint als eine wahre Herkulesaufgabe, da sich die „Indios“ bislang am Manzanares wenig Blössen gaben (in der Liga 27:4 Tore zu Hause). Beide Clubs waren ja in die Saison mit ähnlichen Erwartungen gestartet, was nichts anderes als die Qualifikation zur Champions League hiess. Im Moment weisen die Madrilen exakt die doppelte Punktanzahl wie die „Che“ auf. Auch vom Effekt Djukic, der quasi eine Fotokopie der Erfolgsverpflichtung von Simeone beim heutigen Gegner sein sollte, ist wenig zu spüren. Nach dem Europe League Spiel gegen Kuban Krasnodar (1:1, ein als Niederlage gefühltes Remis) titelte die in Valencia erscheinende Sportzeitung SUPERDEPORTE vorgestern „Echálo ya“ (Schmeiss‘ ihn (Djukic) jetzt endlich raus).

Amadeo hatte immer gesagt, dass er Djukic nicht verpflichtet habe und ihn daher auch nicht feuern werde.

Die spanische Hauptstadt steht an diesem Wochenende nicht nur wegen dieses Spieles, sondern v.a. wegen der Demonstration gegen die Kürzungen im Gesundheits- und Bildungssystemes und dem neuen „Gesetz der Knebelung“ (Ley de Mordaza), welches nach Meinung der Kritiker Grundrechte einschränken soll, im Blickpunkt der Öffentlichkeit.

Folgende Bilder stammen von gestern.

Auch die Ultras mischen schon Stunden vor dem Match kräftig mit. Gegen 15h 30 griffen wohl YOMUS ULTRA eine von FRENTE ATLËTICO frequentierte Schankeinrichtung, die Bar Rio Duratón ( calle San Epifanio), an.

http://www.levante-emv.com/deportes/2013/12/15/altercado-ultras-madrid/1060571.html

Dabei gab es keine Festnahmen und es waren nur Leichtverletzte zu beklagen. Die Policia Nacional schickte daraufhin 72 Fans zurück nach Valencia. Die Ultras waren nicht bewaffnet, werden jetzt wahrscheinlich, wie in solchen Fällen üblich, mit einer Geldstrafe (meist um die 3 000 €) belegt werden.

Bei den Gästen wiederholte Miroslav Djukic dieselbe Elf, die auch gegen Osasuna auf dem Rasen stand.

In der Tat, sozusagen den Ankündigungen entsprechend, begannen die „Che“ engagierter und mit mehr Ballbesitz.

Die erste Aufregung dennoch vor/im Strafraum von Valencia nach sieben Minuten, als David Villa nach einem kleinen Hakler von Viktor Ruiz zu spektakulär fiel, um Fernando Borbalán vom Elfmeterpfiff zu überzeugen. Der Andalusier hatte insgesamt mit dem Match keine Mühe.

Strafraumszenen und Gefahr glänzten in der 1. Hälfe durch Abwesenheit und so blieb es beim torlosen Unentschieden zur Pause.

Die Hausherren gingen mit vielen Fragen, wie die zahlreiche Defensivabteilung Valencias‘ überwunden werden konnte z.B., in die Kabine, und kam aus dieser mit Lösungen raus.

Nach dem Seitenwechsel spielten die „Colchoneros“ offensiver und es schien nur eine Frage der Zeit zu sein, bis das Führungstor fallen sollte.

Endlich wurde auch aufs Tor geschossen. Zuerst Diego Costa, dann auf der Gegenseite Canales und erneut Arda Turan für Atleti.

Und dann war es ein Doppelschlag innerhalb von vier Minuten, der praktisch für die Entscheidung sorgte. Die Gesichter der Akteure Valencias‘ liessen vermuten, dass sie gerade von einer Beerdigung kämen und kaum Hoffnung auf Besserung zu.

Nach 59 Minuten münzte Diego Costa ein Zuspiel von Godin auf den linken Flügel, indem er die halbe gegnerische Verteidigung narrte, um und kurz darauf vollstreckte der eingewechselte Raúl Gárcia einen Abpraller im Strafraum von Valencia.

Was war die Reaktion der „Che“? Keine. Sie zerbröselten wie ein Stück Würfelzucker. Vorne war das Eigengewächs Paco Alcacer so einsam wie Robinson Crusoe, bevor er Freitag kennenlernte.

Für eine Spitzenmannschaft viel zu wenig.

Die Verteidigung des Ex-Meisters sollte am Besten die Aufschrift „Vorsicht! Zerbrechlich“ tragen. Ein Musterbeispiel dafür waren die Szenen, die Atleti zwei Straftritte bescheren sollten.

Zuerst schätze Matthieu einen Befreiungsschlag in der eigenen Hälfte falsch ein und Diego Costa konnte allein in Richtung Tor laufen. Beim Eindringen in der 16-er wird er zuerst von Barragán attackiert und von Victor Ruiz letztendlich zu Fall gebracht.

Der hispano-brasilianische Stürmer trat selbst an und scheiterte an Diego Alves. Der Keeper stand beim Schuss schon 1 1/2 m vor der Linie, aber Borbalán liess nicht wiederholen. Vielleicht der einzige, wenn auch ohne Einwirkung auf das Endergebnis, Fehler des Unparteischen.

Drei Minuten später wirbelte Diego Costa wieder über rechts, wobei er speziell in der zweiten Halbzeit nahezu machte, was er wollte. In dieser Aktion war es Barragán, der ihn regelwidrig am möglichen Einschuss hinderte. Es kam zum selben Duell wie einige Augenblicke zuvor, doch nun landete das Spielobjekt im Torgiebel.

Von der Seitenlinie forderte Diego Pablo Simeone von seiner Truppe, die diesen Namen auch wirklich verdient, einen weiteren Treffer. Nicht um einen angeknockten Gegner weiter zu demütigen, sondern um die Tabellenführung zu übernehmen. Ein Tor, das nicht mehr fallen sollte, dennoch werden die Fans der Colcheneros zufrieden nach Hause gegangen sein.

Nach dem Schlusspfiff besuchte Amadeu Salvo die Geschlagenen in der Kabine, doch Djukic bleibt zumindest noch bis Mittwoch Trainer von Valencia, wie der serbische Coach in RADIO MARCA bestätigte.

Mittwoch Pokalrückspiel gegen einen Seg. B wie Nàstic de Tarragona und Sonntag dann um 21h das Topspiel gegen Madrid. Gut, Madrid muss wegen „Gelbsucht“ von Sergio Ramos und Pepe, der gestern in Iruñ(e)a/ sp.Pamplona noch das späte Ausgleichstor der „Blancos“ per Kopf erzielte, auf die komplette Innenverteidigung verzichten.

Doch wenn Valencia, so wie heute, nicht einmal auf das gegnerische Gehäuse schiesst, wird es auch schwer, wenn nicht unmöglich, gegen die „Merengues“ zu bestehen oder gar zu obsiegen.

Club Atlético de Madrid SAD de Madrid
vs. Valencia C.F. SAD de Valencia

Campo: Vicente Calderón (45 000 Zuschauer)

Arbitro : D. Fernández Borbalán, David (Comité Andaluz)

Arbitro Asistente : D. Calvo Guadamuro, Jesús (Comité Andaluz)

Arbitro Asistente : D. Canelo Prieto, Jorge (Comité Andaluz)

4º Arbitro : D. Pulido Santana, Juan Luis (Comité Las Palmas)

Delegado de partido : D. Sánchez Calvo, Santiago (Comité Comité Técnico de Árbitros)

EQUIPO: Club Atlético de Madrid SAD EQUIPO: Valencia C.F. SAD
Jugador Goles
13 Courtois, Thibaut M. Marc –
2 Godin Leal, Diego Roberto –
3 Kasmirski , Filipe Luis –
5 Cardoso Mendes, Tiago –
6 Resurreccion Merodio, Jorge –
9 Villa Sanchez, David –
10 Turan , Arda –
14 Fernandez Arenas, Gabriel –
19 Da Silva Costa, Diego 2
20 Torres Belen, Juan Francisco –
23 Miranda , Joao –

Jugadores Suplentes
1 Aranzubía Aguado, Daniel –
7 Lopez Alvarez, Adrian –
8 Garcia Escudero, Raul 1
11 Rodriguez Barrotti, Cristian Gabriel –
12 Alderweireld Albertinem,Toby –
16 Torres Muñoz, Óliver –
22 Insua Zapata, Emiliano –

Entrenador: Simeone Gonzalez, Diego Pablo
2º Entrenador: Burgos Maestromey, German Adrian

Jugador Goles
1 Alves Carreira, Diego –
5 Ruiz Torre, Victor –
6 Romeu Vidal, Oriol –
7 Goncalves Oliveira, Jonas –
8 Feghouli , Sofiane –
14 Bernat Velasco, Juan –
18 Guardado Hernandez, Jose Andres –
19 Barragan Fernandez, Antonio Juan –
21 Parejo Muñoz, Daniel –
22 Mathieu , Jeremy –
23 Canales Madrazo, Sergio –

Jugadores Suplentes
13 Guaita Panadero, Vicente –
2 Piatti , Pablo Daniel –
10 Banega Hernandez, Ever Maximiliano –
11 Pabon Rios, Dorlan Mauricio –
12 Da Silva Pereira, Joao Pedro –
15 Fuego Martínez, Javier –
16 Alcacer García, Francisco –

Entrenador: Djukic Micic, Miroslav
2º Entrenador: Henric-coll Andrada, Raymond

RESULTADO 1er Tiempo FINAL HORA DE COMIENZO
Club Atlético de Madrid SAD CERO (0) TRES (3) 1ª Parte 21:00 h
Valencia C.F. SAD CERO (0) CERO (0) 2ª Parte 22:00 h

El Capitán y Entrenador El Capitán y Entrenador
Club Atlético de Madrid SAD Valencia C.F. SAD

@(CAP.L) Fernandez Arenas, Gabriel N:14 @(CAP.V) Mathieu , Jeremy N:22
@(ENT.L) Simeone Gonzalez, Diego Pablo @(ENT.V) Djukic Micic, Miroslav

El Delegado de Campo Peña Revilla, Carlos el 15 de diciembre de 2013

@(DEL.L) Peña Revilla, Carlos
(Quelle:http://actas.rfef.es/actas/RFEF_CmpActa1?cod_primaria=1000144&CodActa=21817)

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