Racing de Santander ist der letzte in der Copa del Rey verbliebene Verein aus der 2ªB, aber den Traditionsclub plagen existenzielle Sorgen

Vergangenes Jahr, genaugenommen schrieben wir den 23. Februar, feierte der Real Racing Club de Santander sein hundertjähriges Bestehen. Das Gründungsmitglied der Primera División tat dies in einen Zweitligaspiel gegen CD Mirandés.


(Ein Video zur Klubgeschichte!!!)

Aber in weniger als drei Jahren ist aus einem UEFA-Aspiranten nur noch ein Verein geworden, der in Drittklassigkeit beheimatet ist. Tabellenführer der Liga und zwar punktgleich mit Guijuelo, einem Verein aus einer Kleinstadt mit weniger als 6 000 BewohnerInnen aus der Provinz Salamanca, nahe der Grenze zu Portugal.

Bis zum Pokalspiel am Mittwoch gegen Almeria waren die Proteste der Fans noch harmlos und beschränkten sich auf verbalen Pöbeleien gegen den Vorstand in der 13. Minute, in Anspielung auf das Gründungsjahr, des jeweiligen Heimspiels.

Den Traditionsverein, mit immerhin mehr als 30 Jahren in der Elite auf seinen Schultern, plagen Schulden um die 50 Mill. €. Die Zeiten als der indische Geschäftsmann Ali Syed Hauptaktionär wurde und eine glänzende Zukunft versprach, müssen heute bei den Fans der Kantabrier wie Geschichten aus dem Jurassic Parc klingen.

Am 5. Mai 2013 verkaufte der Inder dann sein Aktienpaket, aber die Einnahmen von 33 663, 61 € reichten nicht, um alle Verbindlichkeiten auszugleichen. Die Transaktion wurde annuliert.

Die aktuelle wirtschaftliche Lage ist mehr als prekär. Nicht wenige vermuten, dass der Verein seinen 101. Geburtstag nicht mehr erleben wird. Die Angestellten des Clubs haben seit bereits fünf Monaten kein Gehalt mehr bekommen und die Spieler gucken seit drei Monaten in die Röhre.

Als Ausdruck des Protestes seitens der Akteure ereignete sich beim Anpfiff folgende kuriose Szene:

http://www.marca.com/2014/01/09/en/football/spanish_football/1389222409.html
(Video: www.marca.com)

Diese Aktion wurde von fast allen der weniger als 1 500 Anwesenden stürmisch beklatscht.

In der zweiten Hälfte übernahmen dann die Ultras der Juventudes Verdiblancas („Grün-Weisse Jugend“) die Iniative. Zuerst versuchten sie den Platz zu stürmen, aber als das misslang änderte sie ihre Strategie. So überkletterten ungf. 50 Ultras mehrere Zäune, stiessen die paar Leute des privaten Sicherheitsdienstes zur Seite und enterten die Präsidenten-Loge auf der Tribüne.

Dort wurden dann die Präsis beider Clubs, sowie die Mitglieder des Aufsichtsrates von Racing mit Getränken überschüttet, angespuckt, mit Aschenbechern beworfen.

Diese Aktion dauerte gut zwei Minuten, in denen sie die Blicke des gesamten Stadions auf sich zogen, bis die Policia Nacional einschritt.

Hier die Bilder vom Tribünensturm der Ultras:

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